Schulhund Leo stellt sich vor

hund1Hallo! Ich bin ein 10 Monate alter Labradormix aus Sardinien und höre auf den Namen Leo. Mein Frauchen glaubt, dass in mir noch irgendein kleiner Windhund steckt, weil ich so schnell bin. Aber ehrlich gesagt ist mir das ziemlich egal. In meinem neuen Beruf als Schulhund habe ich schon einige Erfahrungen gesammelt, als ich noch auf meiner Pflegestelle in Norddeutschland war. Das war kurz nachdem ich im Oktober 2013 aus Sardinien kam. Mit meiner Pflegemama, einer Schulsozialpädagogin durfte ich im November schon Kinder kennenlernen. Man sagt, sie seien schwer erziehbar gewesen.
Am liebsten schmuse ich. Dabei ist es mir egal, ob die Kinder viel oder wenig reden, schwer erziehbar oder normal erziehbar sind. Mit mir reden jedenfalls alle und ich höre immer gerne zu, mir können alle großen und kleinen Sorgen erzählt werden. Schon in Norddeutschland war klar, dass ich mit Kindern zusammen sein will. Dafür, dass ich selbst im größten Stress immer noch Zeit für ein Schläfchen finde, bewundern mich alle. Für meine 10 Monate bin ich super ausgeglichen.

 

Endlich Montag
hund2Zum Glück sehe ich mein Rudel wieder. Schon auf der Brücke kommt mir der erste entgegen und begrüßt mich, fragt nach meinem Wochenende und wie ich mich Freitag benommen habe. Wie soll ich mich benommen haben? Natürlich benehme ich mich vorbildlich ;-) Das zerrissene Erdkundebuch???…keine Ahnung wer das war….
Trotzdem - Frauchen nimmt mich nicht immer mit in die Schule. Manchmal, wenn sie selbst nicht lange Schule hat, lässt sie mich zu Hause. Sie sagt, ich sei noch so jung und darf noch nicht immer mit.

Unterricht
hund3Genug Pause gehabt. Während des Unterrichts bleibe ich immer mal wieder im Nebenraum. Frauchen meint, ich muss auch mal meine Ruhe haben. Aber am liebsten bin ich doch im Klassenraum und liege auf meiner Decke hinter Frauchen am Pult, streune durch die Klasse und lege dem ein oder anderen meine Schnauze auf den Schoß in der Hoffnung auf eine Streicheleinheit. Im Erdkundeunterricht darf ich dann auch mit, wenn es mal nach draußen geht . Das liebe ich.
hund4Natürlich, so ein Schultag kann ja auch ganz schön lange sein und die Pausen reichen für manche einfach nicht aus, um die ganze Energie loszuwerden, die sich bei dem langen Sitzen und dem Zuhören angestaut hat. Bei anderen lässt die Konzentration nach, weil sie durch das lange Konzentrieren auf Aufgaben oder dem Zuhören müde werden.
Ich kenne diese Gefühle, ich sitze auch nicht gerne lange oder übe ein Kommando stundenlang. Also sorge ich bei den Kindern für eine Abwechslung. Es reicht schon aus, wenn ich mich einfach neben unruhige Kinder setze und sie mich kraulen können. Das tut nicht nur mir gut, sondern auch den Kindern. Sie können durch das Kraulen überschüssige Energie und ihren Bewegungsdrang ausleben und müde Kinder werden durch die Bewegung und meine lebenslustige Art wieder munter. Ein Prinzip das nicht nur mein Frauchen unterstützt, sondern auch die Schulleitung und die Lehrer.
Ich begleite die Kinder also durch den ganzen Schultag und selbst später in der „nach 15 Uhr Betreuung“ bin ich manchmal noch anzutreffen. Dann darf ich mit den Kindern auch schon mal Ball spielen oder zeigen was ich in der Hundeschule gelernt habe.

hund5Mein Rudel hat auch Verantwortung gelernt. Es weiß nun, dass der Boden immer sauber sein muss. Da bleibt inzwischen nichts mehr liegen, worauf ich rum kauen kann. Und im Unterricht sind alle auch ganz leise.
Ich bin ein ständiger Begleiter der für Spiel, Spaß und einen ruhigen Unterricht sorgt. Das gibt es nicht in jeder Schule. Am schönsten ist es, wenn mal wieder in der Lernzeit jemand alle seine „Spezialaufgaben“ 5 Tage hintereinander erledigt hat. Dann gibt es 5 Minuten „Leo Kuscheln“ …….ohhhhhh wie ich das genieße ;-)

hund6Wochenende
Ohhh neeeeein, ich will doch ausschlafen !!!! Aber auch kleine Hunde müssen in die Schule. Jeden Samstag ist Hundeschule! Im Sommer will ich schließlich meine Begleithundprüfung machen. Meine Trainerin sagt, ich sei klug und ein „toller Hund“. Immerhin muss sie es ja wissen, weil sie auch Filmhunde ausbildet. Wenn ich die Begleithundprüfung habe, kann ich endlich auch weiterführende Kurse besuchen. Immerhin möchte ich ja ein ausgebildeter Schulhund werden und mich bei „schulhundweb“ registrieren lassen….
Ich hoffe ich konnte einen kleinen Einblick in das Leben eines Schulhundes und seine Aufgabenbereiche geben. Mein Hauptquartier ist in Raum 128, also wenn ihr mich mal besuchen wollt findet ihr mich da am ehesten an.

Ein freundliches „Wuff Wuff“ von Eurem Schulhund „Leo“


Warum ein Schulhund ?

Kinder lernen aus der Erfahrung mit dem Umgang eines Hundes:
- Distanz zu wahren und Ansprüche zu respektieren
- Sie erkennen die Lebensgewohnheiten und Bedürfnisse eines Hundes
- Die Kommunikation von Mensch-Tier aber auch von Mensch-Mensch wird gefördert
- Das Selbstbewusstsein des Kindes wird aufgebaut
- Die Eigenständigkeit wird gefördert
- Soziale Fähigkeiten und das soziale Verhalten werden gefördert
- Verantwortungsgefühl entwickelt sich
- Motorische Fähigkeiten steigern sich

Ein Hund ist für ein Kind nicht nur der beste Spielkamerad auf der Welt, sondern auch ein geduldiger Zuhörer, zuverlässiger Beschützer, verständnisvoller Seelentröster und Bewahrer geheimster Kindergeheimnisse. Hunde sind für Menschen die reinste Medizin mit jeder Menge positiver Nebenwirkungen, ideal als Fitnesstrainer, von unbeirrbarer und ansteckender Fröhlichkeit und bei einem Streit immer um Ausgleich bemüht.
Denn Hunde können mehr. Ihre Bedeutung für eine positive, ganzheitliche Entwicklung des Kindes wird gleichermaßen von Medizinern, Psychologen und Therapeuten anerkannt. Ein Hund trägt zum Wohlbefinden eines Kindes bei. Beim Streicheln beruhigt sich der Herzschlag und der Blutdruck sinkt. Wie wohl uns Hunde tun offenbart sich besonders bei Menschen mit seelischen Problemen, die sich ihren Mitmenschen nicht öffnen können. Fast mühelos gelingt es dem Tier den „verkrusteten Panzer“ aus Angst, Verletzlichkeit und Wut zu durchbrechen.
Aus diesem Gründen wollen wir uns auf den Weg machen und einen Schulhund in unser Schulleben integrieren.
Wie Leo schon selber berichtet hat, hat er bereits Erfahrungen sammeln können, die rundum positiv waren.
Nicht außer achtlassen wollen wir aber auch die Sicherheitsaspekte zum Thema Hund. Deshalb werden in den ersten Schulwochen in allen Klassen Verhaltensregeln gegenüber Hunden besprochen und mit Hilfe von Leo eingeübt. Die Kinder werden niemals ohne Erwachsenen mit dem Hund allein in einem Raum sein. Leo erhält ausreichend Möglichkeiten sich zurückzuziehen.
Sollte Ihr Kind eine Hundeallergie haben (dies ist jedoch sehr selten) bitten wir Sie natürlich, uns sofort darüber zu informieren, damit wird die Arbeit von Leo darauf abstimmen können.
Ich wünsche Leo und uns allen viel Erfolg und Spaß bei der „Arbeit“ mit den Kindern!

Im nächsten Jahr wird Leo seine Weiterbildung zum Schulhund beginnen. Wir planen dann eine eingetragene Schule bei "Schulhundweb" zu werden. Dort werden wir der freiwilligen Selbstverpflichtung beitreten. Damit erklären wir, dass wir auf die Einhaltung von Sicherheits-, Ausbildungs- und Hygineregeln achten werden. Katharina Thissen wird die dort eingetragene Hundeführerin sein.

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[das Leo Regelplakat]

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